Sicherheit endet nicht an der Gebäudetür

Der Hacker-Stand auf der TAKE AWARE: Mitmachen statt nur zuhören.

TAKE AWARE 2027 · CORPORATE SECURITY TRIFFT AWARENESS

Corporate Security kann vieles absichern. Den Moment, in dem trotzdem jemand klickt, eher nicht. Genau dort beginnt Security Awareness, und genau dort wird es für Sicherheitsverantwortliche interessant.

Wer Corporate Security verantwortet, kennt die Lücke. Zutrittskontrollen, Richtlinien und Technik stehen, und trotzdem entscheidet am Ende ein einzelner Moment über den Schaden. Eine Mail wird unter Zeitdruck geöffnet. Ein unbekannter Besucher wird ins Gebäude gelassen. Eine Information landet am falschen Ort.

Ein abgeschlossenes E-Learning bedeutet noch keine Handlungssicherheit. Eine unterschriebene Richtlinie verändert kein Verhalten. Und eine Kampagne ist nicht automatisch erfolgreich, nur weil sie im Intranet steht.

Wirksame Awareness muss deshalb näher an die Realität heranrücken: typische Situationen abbilden, relevante Risiken verständlich machen und Menschen so vorbereiten, dass sie im entscheidenden Moment richtig handeln.

Olcay Sancar auf der TAKE AWARE 2026.

„Die TAKE AWARE ist sehr lehrreich für mich gewesen, weil man viele Eindrücke sammeln konnte und vor allem die vielen verschiedenen Perspektiven der Speaker für sich gewinnen konnte. Deshalb kann ich sie nur empfehlen.“

Olcay Sancar, Group Security & Resilience bei Fresenius

Corporate Security endet nicht bei Technik und Zutritt

Corporate Security schützt Organisationen, Menschen und Geschäftsprozesse. Dazu gehören Systeme und Gebäude, aber auch Entscheidungen, Gewohnheiten und Reaktionen. Gerade hier liegt der blinde Fleck vieler Strategien: Sie beschreiben, was passieren soll, und vergessen, was im Alltag tatsächlich passiert.

Genau diese Praxisnähe lobt Laura Wagemann, die bei Henkel das Thema Security Awareness verantwortet. Ihr Eindruck von der Konferenz ist eindeutig, und er zeigt, worum es bei der TAKE AWARE geht.

Laura Wagemann, Manager Security Awareness bei Henkel, auf der TAKE AWARE 2026.

„Die TAKE AWARE ist sehr hands-on, also wirklich sehr praxisbezogen, was ich super finde. So etwas habe ich auf einer Awareness-Messe auch noch nicht gesehen. Die TAKE AWARE lebt auch ganz extrem vom gemeinsamen Austausch und davon, wirklich tief in die Awareness-Themen einzutauchen und gemeinsam über Themen zu philosophieren.“

Laura Wagemann, Henkel

Das ist der Kern: Sicherheit nicht nur erklären, sondern gemeinsam auseinandernehmen. Was wird verstanden? Was wird ignoriert? Wo scheitert eine Maßnahme im echten Arbeitsalltag?

Der Mensch ist nicht nur die Schwachstelle

Der Mensch wird in Sicherheitsstrategien oft als Risiko beschrieben. Als klickende Schwachstelle. Als möglicher Fehlerfaktor. Das ist nicht falsch, aber unvollständig. Menschen können Risiken erhöhen. Sie können aber auch Auffälligkeiten erkennen, Angriffe stoppen, Prozesse hinterfragen und Kolleginnen und Kollegen warnen. Dafür braucht es keine Angstkampagne mit roter Alarmoptik. Es braucht Orientierung, relevante Beispiele und die Möglichkeit, Sicherheit praktisch zu erleben.

Security Awareness ist deshalb kein Zusatzprogramm für die IT. Sie berührt physische Sicherheit, Krisenmanagement, Datenschutz, Betrugsprävention, Lieferantensteuerung und den Schutz kritischer Geschäftsprozesse. Sie ist die Übersetzung zwischen einer Sicherheitsanforderung und einer menschlichen Handlung.

Ben Bachmann, CISO bei Bilfinger, auf der TAKE AWARE 2026.

„Die TAKE AWARE ist einfach ein lauter Ort, würde ich sagen, mit ganz vielen tollen Security-Awareness-Spezialisten auf einem Haufen.“

Ben Bachmann, CISO bei Bilfinger

„Laut“ ist dabei kein Mangel, sondern ein Qualitätsmerkmal. Es wird diskutiert, widersprochen, nachgefragt. Dinge werden nicht höflich abgenickt, nur weil sie auf einer Folie gut aussehen. Sicherheitsstrategien werden nicht besser, wenn alle dieselbe Perspektive haben. Sie werden besser, wenn unterschiedliche Fachbereiche gemeinsam herausfinden, was trägt und was nur nach Sicherheit aussieht.

Die Bedrohung wartet nicht auf das nächste Modul

Angriffe werden professioneller. Social Engineering wird persönlicher, und künstliche Intelligenz beschleunigt Manipulation. Die Grenze zwischen digitaler und physischer Sicherheit verschwimmt. Ein Phishing-Angriff kann mit einem gefälschten Login beginnen, über einen Anruf weitergehen und in einem physischen Zutritt enden. Ein Datenabfluss entsteht manchmal durch einen technischen Fehler, manchmal durch eine gut gemeinte Weiterleitung. Ein Sicherheitsvorfall ist selten nur ein IT-Problem, wenn mehrere Menschen, Prozesse und Verantwortlichkeiten beteiligt sind.

Darauf gibt es keine Standardfolie und kein Universaltraining. Was es braucht, sind unterschiedliche Perspektiven: aus der Praxis, aus Forschung und Psychologie, aus Kommunikation, Informationssicherheit und operativem Sicherheitsmanagement. Die TAKE AWARE schafft Raum für diesen Perspektivwechsel. Sie fragt nicht nur, welche Maßnahme theoretisch sinnvoll ist, sondern auch, wie Menschen sie wahrnehmen, wann sie scheitert und was nötig ist, damit sie im Alltag funktioniert.

Von der Maßnahme zur Sicherheitskultur

Sicherheitskultur entsteht nicht durch eine einzelne Kampagne. Auch nicht durch den jährlichen Pflichttermin, bei dem alle einmal durch das Training klicken. Sie entsteht durch Wiederholung, gute Kommunikation, klare Verantwortlichkeiten und Erfahrungen, die im Gedächtnis bleiben.

Sie wächst, wenn Führungskräfte Sicherheit vorleben. Wenn Mitarbeitende Auffälligkeiten melden können, ohne sofort als Verursacher zu gelten. Wenn Richtlinien den Alltag unterstützen und nicht nur juristisch sauber aussehen. Und wenn Security nicht erst dann Thema wird, wenn bereits etwas passiert ist. Corporate Security definiert Risiken, Schutzbedarf und Verantwortung. Awareness sorgt dafür, dass diese Anforderungen verstanden und gelebt werden. Beides gehört zusammen.

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